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So lernen wir


Fünf Bausteine unseres Schulprogramms

Individuell, selbstständig und mit Herz

An der Grundschule Haarhausen ist Lernen keine Einheitsgröße. Fünf Bausteine unseres Schulprogramms – das jahrgangsübergreifende Lernen, das Gemeinsame Lernen, unsere Lernzeiten, die individuelle Förderung und die Leistungsbewertung – greifen ineinander und tragen gemeinsam unsere Vision: eine Zukunftsschule mit Herz, in der jedes Kind in seinem eigenen Tempo wachsen darf.

„Kinder sind keine Fässer, die gefüllt, sondern Feuer, die entfacht werden wollen.“

Dieser Gedanke von François Rabelais prägt alle fünf Bausteine: Wir wecken Neugier, statt sie zu verwalten – und begleiten jedes Kind auf seinem eigenen Lernweg.

Gemeinsam lernen, jede und jeder auf eigenem Weg

Seit dem Schuljahr 2004/2005 lernen bei uns Kinder der Klassen 1 bis 4 gemeinsam in jahrgangsgemischten Gruppen. Diese Entscheidung ist für uns weit mehr als Organisation: Wir glauben, dass Kinder voneinander, miteinander und in echter Gemeinschaft am besten lernen. Jedes Kind arbeitet mit einem individuellen Lernplan an seinen eigenen Zielen und in seinem eigenen Tempo – ohne künstliche Jahrgangsgrenzen.

Ältere Kinder übernehmen dabei ganz selbstverständlich die Rolle von Vorbildern und Erklärenden, jüngere Kinder erleben Unterstützung als etwas Alltägliches. So wachsen alle: fachlich und menschlich. Unsere Lehrkräfte begleiten diesen Prozess als Lernbegleiterinnen und -begleiter, die jedes Kind im Blick haben und gezielt fördern und fordern.

Gemeinsames Lernen: Inklusion als Grundhaltung

Seit dem Schuljahr 2011/2012 unterrichten wir Kinder mit und ohne sonderpädagogischen Förderbedarf gemeinsam – eingebettet in unser jahrgangsübergreifendes Lernen, in dem unterschiedliche Lernniveaus ohnehin selbstverständlich sind. Wird bei einem Kind ein Förderbedarf festgestellt, bleibt es in seiner vertrauten Lerngruppe: Zugehörigkeit und Stabilität sind uns wichtiger als organisatorische Trennung.

Für jedes Kind mit Förderbedarf erstellt die Lehrkraft für Sonderpädagogik gemeinsam mit der Lerngruppenleitung einen individuellen Förderplan. Je nach Bedarf begleiten wir die Kinder durch Teamteaching, Kleingruppen- oder Einzelförderung sowie Inklusionsassistenzen. Diese enge, multiprofessionelle Zusammenarbeit zwischen Grundschullehrkräften, Sonderpädagogik, Inklusionsassistenzen und dem OGS-Team trägt unseren Grundsatz: Jedes Kind gehört dazu – nicht als Ausnahme, sondern als Selbstverständlichkeit.

Lernzeiten statt Hausaufgaben

„Entscheidend für den Lernerfolg ist nicht die nominelle Unterrichtszeit, sondern die tatsächlich genutzte Lernzeit“, sagt der Bildungsforscher Andreas Helmke. Genau hier setzen unsere Lernzeiten an: Statt klassischer Hausaufgaben üben, vertiefen und wiederholen die Kinder ihre Lerninhalte in fest im Schultag verankerten Phasen – begleitet von Lehrkräften und pädagogischen Fachkräften.

Jede Lernzeit folgt einem verlässlichen Dreischritt: einem gemeinsamen Start mit Klärung der Lernziele, einer individuellen Arbeitsphase und einem gemeinsamen Abschluss mit Reflexion. So lernen Kinder, ihren Lernweg zunehmend selbst zu steuern – und der Nachmittag bleibt frei für Familie, Freizeit und Erholung.

Jedes Kind im Blick: unsere individuelle Förderung

Individuelle Förderung ist für uns kein Zusatzangebot, sondern Grundhaltung. Von der Einschulung an beobachten und begleiten wir jedes Kind sorgfältig: mit unterschiedlichen Diagnoseverfahren, regelmäßigen Lerncoaching-Gesprächen und passgenauen Angeboten – für Kinder, die zusätzliche Unterstützung brauchen, ebenso wie für Kinder, die besondere Herausforderungen suchen.

Dazu gehören gezielte Angebote bei Lese-Rechtschreib- oder Rechenschwierigkeiten, Sprachförderung für Kinder mit Deutsch als Zweitsprache sowie vielfältige Angebote zur Stärkung sozialer und emotionaler Kompetenzen – etwa Lerngruppenrat, Kinderparlament und Streitschlichtung. So sorgen wir dafür, dass sich jedes Kind gesehen und angenommen fühlt.

Leistung sichtbar machen, ohne Druck aufzubauen

Leistungsbewertung ist bei uns kein Instrument der Auslese, sondern ein Angebot zur Weiterentwicklung. Wir schauen zuerst darauf, was ein Kind schon kann und welche Fortschritte es gemacht hat. Bewertungskriterien sind transparent, Rückmeldungen sind stärkenorientiert, und wir fördern bewusst ein Growth Mindset: die Überzeugung, dass Fähigkeiten durch Anstrengung und Ausdauer wachsen können.

Kinder der Jahrgänge 1 und 2 erhalten Lernentwicklungsberichte in Textform, Kinder der Jahrgänge 3 und 4 zusätzlich Noten. Wo nötig, sorgen Nachteilsausgleich und Notenschutz dafür, dass jedes Kind seine Leistungen fair zeigen kann.

Fünf Bausteine – ein gemeinsamer Gedanke

Jahrgangsübergreifendes Lernen, Gemeinsames Lernen, Lernzeiten, individuelle Förderung und Leistungsbewertung sind eng miteinander verzahnt. Alle fünf Bausteine folgen derselben Überzeugung: Kinder lernen dann am besten, wenn sie sich sicher fühlen, ihren eigenen Weg gehen dürfen und dabei verlässlich begleitet werden. Als lebendige Dokumente werden alle Konzepte regelmäßig gemeinsam mit dem Kollegium, den Kindern und den Eltern weiterentwickelt.

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